Borussia Dortmund gab am Mittwoch die Verpflichtung des momentan begehrtesten deutschen Kickers Marco Reus bekannt. Dass der Verein diesen Transfer knapp sieben Jahre nach seiner Fast-Insolvenz stemmen kann, ist dabei die eigentliche Sensation.
Man kann es nicht oft genug wiederholen. 14. März 2005, irgendein Saal in einem Düsseldorfer Konferenzzentrum. Hier saßen sie beisammen, die Haupteigentümer des Dortmunder Westfalenstadions, und entschieden über die unmittelbare Zukunft der Borussia. Der Verein hatte durch die verpasste Champions-League-Qualifikation starke Schlagseite erlitten und taumelte auf den Abgrund der Pleite zu. An diesem Tag sollte die wegweisende Entscheidung fallen, ob die Geldgeber das radikale Sanierungskonzept der neuen Vereinsführung mittragen – oder ihn in die Insolvenz und den damit verbundenen Absturz in die sportliche Bedeutungslosigkeit schicken würden. Die Eigner entschieden zugunsten des Klubs, der BVB war gerettet. Nach Jahren des Größenwahns und der Geldverschwendung, Deutscher Meisterschaften und sogar dem Triumph in der Champions League konnte der Klub schlicht froh sein, weiterhin zu existieren.
Die weitere Geschichte ist bekannt: Nach Jahren der finanziellen Konsolidierung und dem Herumdümpeln im Mittelfeld der Liga war es – übrigens an meinem Geburtstag – 2008 ein Glücksfall für die Borussia, Jürgen Klopp als Trainer verpflichten zu können. Einen herzlichen Gruß und Dank an dieser Stelle nochmals nach München, wo man sich stattdessen für einen anderen Jürken K. entschied und natürlich zum bis heute prekären Hamburger SV, dem Kloppo einfach zu ungepflegt daherkam (sic!). Gemeinsam mit Geschäftsführer Watzke und Sportmanager Zorc bildet dieser nun seit mittlerweile fast vier Jahren die kompetente, sachliche und unaufgeregte Führungs-Troika des BVB, die den Verein bis zur unfassbaren Traum-Meisterschaft im vergangenen Frühling entwickelte.
Eines ist nicht erst seit der Verpflichtung Marco Reus' klar: Schwarz-Gelb hat sich, neben dem omnipräsenten FC Bayern, wieder zur ersten Anlaufstelle für junge, deutsche und vor allem hochveranlagte Fußballer entwickelt. Dass nach Jahren der Sparsamkeit nun plötzlich und zu diesem Zeitpunkt völlig unerwartet der 17-Millionen-Deal um "Rakete Reus" geschnürt wurde, zeugt von mehrerlei Dingen: Die Verantwortlichen müssen einhundertprozentig von dem Jungen überzeugt sein. Er wird das Niveau des Teams anheben. Der Verein ist wirtschaftlich gesund.
Ferner darf die Konkurrenz, zu der trotz der grandiosen Vorsaison noch immer Werder Bremen, Turnhalle 04, Bayer Leverkusen und Co. und eben nicht der FC Bayern zu zählen sind, den Transfer als Zeichen verstanden wissen. Als Zeichen, dass in Dortmund etwas Langfristiges entsteht. Als Zeichen, dass man an der Strobelallee nicht die Fehler der Überraschungsmeister Stuttgart (2007) und Wolfsburg (2009) machen wird. In Dortmund wird man nicht mehr größenwahnsinnig. Und ist trotzdem in der Lage, im Januar 2012 ein 30-Millionen-Paket um den heißesten "Player to watch" des deutschen Fußballs zu schnüren.
Nun kommt Marco Reus im Sommer zurück in seine Heimatstadt, zu Familie und Freundin. Ganz nebenbei wird er, wenn alles glatt läuft, durch die Champions League wirbeln. Die in den letzten Tagen aufkommenden Diskussionen um die beste Position des Shootingstars im BVB-System waren mannigfaltig wie mir in letzter Konsequenz völlig gleich. Es gibt keinen Grund, der sportlichen Führung nicht auch diese Problemlösung zuzutrauen. Viel wichtiger ist doch: Marco Reus kommt zum BVB! Und das, ohne dass sich der Verein dafür wieder an den Rand des Abgrunds begeben muss. Selten war ein Transfer neben seiner sportlichen Komponente so bedeutungsschwanger: Der BVB ist wieder da. Gekommen um zu bleiben.
Und mal ganz ehrlich: Mario Götze und Marco Reus in einer Offensivreihe – das ist besser als ein Jahr in Hefners Playboy Mansion.
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Freitag, 6. Januar 2012
Freitag, 19. August 2011
Hoppgate und ein erschlagener Unparteiischer
Mensch, was war das für eine ereignisreiche Woche. Nicht mal im persönlichen Bereich, aber um mich herum und in der (Fußball-)Welt gab es doch einige Dinge, die als bemerkenswert, witzig und zum Teil kontrovers in Erinnerung bleiben. Los ging das Ganze vor Wochenfrist in Wolfsburg, als ich nach dem Bundesliga-Spiel des VfL gegen die Bayern auf meinen Zug wartete.
Ich genehmigte mir am Bahnsteig also mein kühles Feierabend-Blondes, als sich ein interessantes Pärchen neben mir niederließ. Beide um die 60, sie schon beachtenswert gebrechlich, er dafür komplett irre. Folgendes Szenario entwickelte sich:
Er ließ sich auf dem Rollator seiner Frau nieder, um sodann eine veritable Schiedsrichterschelte vom Stapel zu lassen. Der Unparteiischen gehöre erschlagen und diese bescheuerte Abseitsregel sowieso abgeschafft. Dass der Fußball ohne eben jene, häufig (zurecht) kontrovers diskutierte, Regel leider überhaupt nicht funktionieren würde - geschenkt. Ganz kurz war ich geneigt, mich an der Fachdiskussion zu beteiligen, aber a) hatte der gute Mann mittlerweile einen Lautstärke- (und Alkohol-?)pegel erreicht, der jedes Widerwort im Nichts hätte verhallen lassen, und b) er hätte es schlicht nicht verstanden. Während ich noch mit mir rang, ob ich mich doch noch zum Missionar des schönen Spiels aufschwingen sollte, war man thematisch schon ein ganzes Stück weitergezogen.
Nach einem kurzen Exkurs zur Frauen-WM ("Die dämliche Neid, die ist doch blöd! Was hat ihr die arme Birgit Prinz getan?" etc.) inklusive zustimmendem Nicken der Partnerin war man dann auch schon beim mittlerweile obligatorisch-schicken DB-Bashing. Wie der gute Mann nun den Bogen von der Abseitsregel über Silvia Neid hin zur Bahn schlug, blieb mir dabei allerdings ein Rätsel. Was genau "die abgehobenen Direktoren (oder waren es gar Diktatoren?)" denn nun "da oben in Berlin" genau verbrochen hatten, erschloss sich mir ebenso wenig. Unterm Strich beste Samstagabend-Unterhaltung und eine interessante Verkürzung der Wartezeit.
Aber auch sonst hatten die letzten Tage unterhaltungstechnisch Einiges zu bieten. So sorgte der mittlerweile aufgeklärte Kriminalfall "Hoppgate" zunächst für Kopfschütteln, Erstaunen und einen ganzen Batzen negativer Presse für die TSG Hoffenheim. Den Kracher der Woche jedoch lieferten die Fans des Ersten Fußballclubs Köln, die die Anhänger eines blauen Vereins aus der Turnhalle tatsächlich mit Urin und Kot im Becher(!) bewarfen. Beste Stelle hier folgender Auszug aus der Pressemeldung vom Montag: "Zeugen hätten einen Kölner Anhänger dabei beobachtet, wie er Kot in einen Becher legte." Legte. Klingt nach einer Menge Sorgfalt. Belassen wir es dabei.
Und sonst? Das Rückspiel um den spanischen Supercup ging nach einer teils mitreißenden Partie an den FC Barcelona. Lediglich die unrühmlichen Szenen am Ende der Partie sorgten wieder einmal für Kopfschütteln. Rudelbildung, Handgemenge, alles dabei. Bester Mann des Abends war - wieder einmal - Real-Coach José Mourinho, der sich im Gewusel nach eigener Aussage vornehm zurückgehalten und tadellos verhalten hätte. Wohlgemerkt, nachdem er zuvor dem gegnerischen Co-Trainer den Zeigefinger ins Auge gebohrt hatte. Man kann zu "The Special One" stehen wie man will, für Entertainment sorgt er immer.
Ein gewisser Politiker, der es unverhohlen mit einer Minderjährigen trieb, hob mich da schon viel weniger an. Müsste nicht vielmehr eine 16-Jährige zurücktreten, die mit einem CDU-Poliker durch die Betten hüpft? Verrückte Welt.
Für mein absolut unerreichtes Wochenhighlight, last not least, sorgte allerdings der französische Weltstar Gérard Depardieu, der, offensichtlich angetrunken, einfach mal kurzerhand in den Gang eines Flugzeugs urinierte. Zitat: "Ich will pinkeln! Ich will pinkeln!" Großartig.
Ich werde mich nun in der Heimat von den (medialen) Strapazen der Woche erholen. Hoffen wir auf ereignisreiche kommende Tage!
Ich genehmigte mir am Bahnsteig also mein kühles Feierabend-Blondes, als sich ein interessantes Pärchen neben mir niederließ. Beide um die 60, sie schon beachtenswert gebrechlich, er dafür komplett irre. Folgendes Szenario entwickelte sich:
Er ließ sich auf dem Rollator seiner Frau nieder, um sodann eine veritable Schiedsrichterschelte vom Stapel zu lassen. Der Unparteiischen gehöre erschlagen und diese bescheuerte Abseitsregel sowieso abgeschafft. Dass der Fußball ohne eben jene, häufig (zurecht) kontrovers diskutierte, Regel leider überhaupt nicht funktionieren würde - geschenkt. Ganz kurz war ich geneigt, mich an der Fachdiskussion zu beteiligen, aber a) hatte der gute Mann mittlerweile einen Lautstärke- (und Alkohol-?)pegel erreicht, der jedes Widerwort im Nichts hätte verhallen lassen, und b) er hätte es schlicht nicht verstanden. Während ich noch mit mir rang, ob ich mich doch noch zum Missionar des schönen Spiels aufschwingen sollte, war man thematisch schon ein ganzes Stück weitergezogen.
Nach einem kurzen Exkurs zur Frauen-WM ("Die dämliche Neid, die ist doch blöd! Was hat ihr die arme Birgit Prinz getan?" etc.) inklusive zustimmendem Nicken der Partnerin war man dann auch schon beim mittlerweile obligatorisch-schicken DB-Bashing. Wie der gute Mann nun den Bogen von der Abseitsregel über Silvia Neid hin zur Bahn schlug, blieb mir dabei allerdings ein Rätsel. Was genau "die abgehobenen Direktoren (oder waren es gar Diktatoren?)" denn nun "da oben in Berlin" genau verbrochen hatten, erschloss sich mir ebenso wenig. Unterm Strich beste Samstagabend-Unterhaltung und eine interessante Verkürzung der Wartezeit.
Aber auch sonst hatten die letzten Tage unterhaltungstechnisch Einiges zu bieten. So sorgte der mittlerweile aufgeklärte Kriminalfall "Hoppgate" zunächst für Kopfschütteln, Erstaunen und einen ganzen Batzen negativer Presse für die TSG Hoffenheim. Den Kracher der Woche jedoch lieferten die Fans des Ersten Fußballclubs Köln, die die Anhänger eines blauen Vereins aus der Turnhalle tatsächlich mit Urin und Kot im Becher(!) bewarfen. Beste Stelle hier folgender Auszug aus der Pressemeldung vom Montag: "Zeugen hätten einen Kölner Anhänger dabei beobachtet, wie er Kot in einen Becher legte." Legte. Klingt nach einer Menge Sorgfalt. Belassen wir es dabei.
Und sonst? Das Rückspiel um den spanischen Supercup ging nach einer teils mitreißenden Partie an den FC Barcelona. Lediglich die unrühmlichen Szenen am Ende der Partie sorgten wieder einmal für Kopfschütteln. Rudelbildung, Handgemenge, alles dabei. Bester Mann des Abends war - wieder einmal - Real-Coach José Mourinho, der sich im Gewusel nach eigener Aussage vornehm zurückgehalten und tadellos verhalten hätte. Wohlgemerkt, nachdem er zuvor dem gegnerischen Co-Trainer den Zeigefinger ins Auge gebohrt hatte. Man kann zu "The Special One" stehen wie man will, für Entertainment sorgt er immer.
Ein gewisser Politiker, der es unverhohlen mit einer Minderjährigen trieb, hob mich da schon viel weniger an. Müsste nicht vielmehr eine 16-Jährige zurücktreten, die mit einem CDU-Poliker durch die Betten hüpft? Verrückte Welt.
Für mein absolut unerreichtes Wochenhighlight, last not least, sorgte allerdings der französische Weltstar Gérard Depardieu, der, offensichtlich angetrunken, einfach mal kurzerhand in den Gang eines Flugzeugs urinierte. Zitat: "Ich will pinkeln! Ich will pinkeln!" Großartig.
Ich werde mich nun in der Heimat von den (medialen) Strapazen der Woche erholen. Hoffen wir auf ereignisreiche kommende Tage!
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Mittwoch, 8. Juni 2011
Dortmunder Jungs
Es gibt viele Videos und mittlerweile auch DVDs von der Dortmunder Meisterfeier. Auch die Öffentlich-Rechtlichen haben den einen oder anderen wirklich schönen Beitrag gezaubert. Wem das aber alles zu anstrengend ist, dem sei das knapp vierminütige Werk "Dortmunder Jungs" von Joshua Beyer empfohlen. Schöne Bilder, vor allem der mit den Tränen kämpfende Kevin Großkreutz rührt. Die Gänsehaut kam in Schüben. Wirklich sehr empfehlenswert.
Dortmunder Jungs from Joshua Beyer on Vimeo.
Dortmunder Jungs from Joshua Beyer on Vimeo.
Montag, 2. Mai 2011
Deutscher Meister!!
Unfassbar, wunderschön, unbeschreiblich. Bei passender Gelegenheit werde ich versuchen allen, die nicht dabei waren, einen kleinen Eindruck vom Samstag zu vermitteln. Versprochen! Da es allerdings noch ein paar Tage dauern wird, bis das Erlebte verarbeitet ist, empfehle ich so lange den Blog eines guten Freundes, der sich mit der gesunden Distanz eines Sachverständigen schon mal mit dem Titel auseinandergesetzt hat. Von wem er in seinem Text wohl sprechen mag?
In unbändiger Freude versunken,
Pille.
In unbändiger Freude versunken,
Pille.
Donnerstag, 24. März 2011
Ein guter Freund
Wie genau definiert man einen guten Freund? Ist das etwa einer, dem man seine Sorgen und Nöte mitteilt? Der immer da ist, wenn man ihn braucht? Mit dem man die grandiosesten Nächte aufs Parkett legt? Oder der einfach pausenlos den selben Stuss erzählt, der einem eine Sekunde zuvor selbst noch im Kopf herumschwirrte?
Seit ein paar Tagen beschleicht mich ein seltsam ungutes Gefühl in der Magengegend. Lange habe ich mich geweigert, auf den fahrenden Meisterzug aufzuspringen und habe alle Versuche meiner Gesprächspartner, mir das M-Wort zu entlocken, erfolgreich parieren können. Doch nach dem sensationellen 3:1-Erfolg unserer Borussia in(!) München vor vier Wochen war es auch um mich geschehen. Was sollte denn jetzt noch passieren? Wer sollte diese Mannschaft noch stoppen können, wenn schon nicht Müller, Robben, Ribéry und Co.? Unglaubliche 12 Punkte betrug der komfortable Vorsprung nach diesem grandiosen Februar-Wochende auf Vize... ups, Leverkusen, ganze 16 auf die großen Bayern. Das Ding war durch, ganz klar.
Ich bin ein Gegner von Panikmache, wirklich. Auch bin ich kein Fan von übertriebenem Abfeiern kurzzeitiger Höhenflüge - sei es im Sport, in der Politik oder in welchem gesellschaftlichen Bereich auch immer. Doch nun, da ich am vergangenen Wochenende live im Stadion Zeuge des späten Ausgleichs der Mainzer wurde, werde ich langsam nervös. Legokusen hat zurzeit einen echten Lauf und ist mittlerweile auf sieben Punkte heran gerückt. Sieben Punkte! Vor neun Jahren gelang es Bayer itself, einen solch eigentlich beruhigenden Vorsprung noch an den letzten vier Spieltagen zu vergeigen. Nutznießer im Frühling 2002: Borussia Dortmund. In dieser Saison stehen nun sogar noch sieben Spiele an. Und zu allem Überfluss haben wir jetzt auch noch ein spielfreies Wochenende vor der Brust! Die Jungs sollen nur nicht anfangen, zu viel nachzudenken.
Und überhaupt: Mir geht das ganze Meister-Geseiere der letzten Tage schon etwas auf den Keks. Da gefiel mir das über Monate praktizierte Understatement doch deutlich besser. Mittlerweile hört man Kevin Großkreutz ja schon pausenlos davon schwärmen, was im Fall des Falles "hier abgehen würde". Jedes Medium giert nach immer neuen Aussagen zum Was-wäre-wenn und es ist natürlich auch okay, ab einem gewissen Zeitpunkt so selbstbewusst aufzutreten und das Ziel klar zu formulieren. Andernfalls macht man sich irgendwann auch unglaubwürdig. Aber eben nicht zu inflationell.
Ja, klar. Ich will ja auch dabei sein. Ich will die verdammte Polonaise über die B1 anführen. Aber bitte: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Sollte es nämlich am Ende aus irgendwelchen Gründen nicht reichen, wäre das nach dieser Wahnsinns-Saison schon extrem bitter.
Ach ja, was hat das alles denn eigentlich mit dem Anfangsthema gemein? Nun, das ist relativ einfach, denn ich habe auf die Einstiegsfrage eine Antwort gefunden: Als ich neulich im Zug durch die Lande reiste und dieses ungute Gefühl plötzlich wieder in mir aufkam, teilte ich meine Sorgen per SMS. Zurück bekam ich – ca. eine Minute später – folgenden Satz:
"Vizekusen kann es nicht."
Ich war beruhigt und hatte – ungewollt – eine Antwort gefunden.
Seit ein paar Tagen beschleicht mich ein seltsam ungutes Gefühl in der Magengegend. Lange habe ich mich geweigert, auf den fahrenden Meisterzug aufzuspringen und habe alle Versuche meiner Gesprächspartner, mir das M-Wort zu entlocken, erfolgreich parieren können. Doch nach dem sensationellen 3:1-Erfolg unserer Borussia in(!) München vor vier Wochen war es auch um mich geschehen. Was sollte denn jetzt noch passieren? Wer sollte diese Mannschaft noch stoppen können, wenn schon nicht Müller, Robben, Ribéry und Co.? Unglaubliche 12 Punkte betrug der komfortable Vorsprung nach diesem grandiosen Februar-Wochende auf Vize... ups, Leverkusen, ganze 16 auf die großen Bayern. Das Ding war durch, ganz klar.
Ich bin ein Gegner von Panikmache, wirklich. Auch bin ich kein Fan von übertriebenem Abfeiern kurzzeitiger Höhenflüge - sei es im Sport, in der Politik oder in welchem gesellschaftlichen Bereich auch immer. Doch nun, da ich am vergangenen Wochenende live im Stadion Zeuge des späten Ausgleichs der Mainzer wurde, werde ich langsam nervös. Legokusen hat zurzeit einen echten Lauf und ist mittlerweile auf sieben Punkte heran gerückt. Sieben Punkte! Vor neun Jahren gelang es Bayer itself, einen solch eigentlich beruhigenden Vorsprung noch an den letzten vier Spieltagen zu vergeigen. Nutznießer im Frühling 2002: Borussia Dortmund. In dieser Saison stehen nun sogar noch sieben Spiele an. Und zu allem Überfluss haben wir jetzt auch noch ein spielfreies Wochenende vor der Brust! Die Jungs sollen nur nicht anfangen, zu viel nachzudenken.
Und überhaupt: Mir geht das ganze Meister-Geseiere der letzten Tage schon etwas auf den Keks. Da gefiel mir das über Monate praktizierte Understatement doch deutlich besser. Mittlerweile hört man Kevin Großkreutz ja schon pausenlos davon schwärmen, was im Fall des Falles "hier abgehen würde". Jedes Medium giert nach immer neuen Aussagen zum Was-wäre-wenn und es ist natürlich auch okay, ab einem gewissen Zeitpunkt so selbstbewusst aufzutreten und das Ziel klar zu formulieren. Andernfalls macht man sich irgendwann auch unglaubwürdig. Aber eben nicht zu inflationell.
Ja, klar. Ich will ja auch dabei sein. Ich will die verdammte Polonaise über die B1 anführen. Aber bitte: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Sollte es nämlich am Ende aus irgendwelchen Gründen nicht reichen, wäre das nach dieser Wahnsinns-Saison schon extrem bitter.
Ach ja, was hat das alles denn eigentlich mit dem Anfangsthema gemein? Nun, das ist relativ einfach, denn ich habe auf die Einstiegsfrage eine Antwort gefunden: Als ich neulich im Zug durch die Lande reiste und dieses ungute Gefühl plötzlich wieder in mir aufkam, teilte ich meine Sorgen per SMS. Zurück bekam ich – ca. eine Minute später – folgenden Satz:
"Vizekusen kann es nicht."
Ich war beruhigt und hatte – ungewollt – eine Antwort gefunden.
Donnerstag, 3. März 2011
Trance.
Da sich die Beschwerde-Mails ob meiner Inaktivität auf dieser Seite so langsam stapeln - hier ein kurzes Update: Ich - und der ein oder andere aus dem engsten Bekanntenkreis - schwebe zur Zeit in einem sehr surrealen Mix aus purer Freude, Glückseligkeit und ungläubigem Kopfschütteln. Seit letztem Samstag glaube ich nun auch ganz fest an die Meisterschaft. Und könnte beim Gedanken daran vor Freude heulen. Nur nicht zu viel drüber nachdenken!
Es stehen wohl wunderschöne Wochen bevor. Ich werde versuchen, diese hier festzuhalten und das Blog regelmäßig zu befüllen. Bis dahin, einfach mal die Zeit genießen und sich Mitte Mai extatisch in die Arme fallen. Klingt nach 'nem fairen Deal!
Es stehen wohl wunderschöne Wochen bevor. Ich werde versuchen, diese hier festzuhalten und das Blog regelmäßig zu befüllen. Bis dahin, einfach mal die Zeit genießen und sich Mitte Mai extatisch in die Arme fallen. Klingt nach 'nem fairen Deal!
Montag, 18. Oktober 2010
Unglaubliche Wochen im Pott
Ja, der Verfasser dieses Blogs lebt noch. Nach ereignisreichen Wochen kommt er auch mal wieder mit einem Post um die Ecke.
Alle BVB-Fans verleben momentan die schönsten Fußballwochen seit... ja, seit der letzten Meisterschaft anno 2002. Es macht momentan einfach unglaublich viel Spaß, dieser jungen (Durchschnittsalter um die 22!) Truppe bei ihren mittlerweile auch überaus erfolgreichen Vollgas-Veranstaltungen zuzuschauen. Zwischenstand nach elf Pflichtspielen der zugegebenermaßen noch jungen Saison 2010/11: Neun Siegen stehen lediglich zwei Niederlagen gegenüber. Und auch die ersten Auftritte auf internationaler Ebene seit über fünf Jahren; ein an Dramatik und Spannung kaum zu überbietender 4:3-Sieg in Lviv sowie die höchst unverdiente und ungerechte Niederlage gegen das europäische Schwergewicht FC Sevilla ließen unterm Strich nur ein Fazit zu: Hier wächst gerade just in diesem Moment etwas Großes zusammen. Und sympathisch sind die Jungs auch noch:
So zum Beispiel der gute Neven, der die Busankunft in Dortmund nach dem grandiosen Derby-Sieg Auf Schalke einfach mal mit dem Handy festhielt und den Spaß dann auch noch bei Youtube hochlud. Grandios auch, wie die vermeintlich abgehobenen Millionarios gemeinsam mit ihren Fans feiern und singen. Stichwort: "Sind da auch Frauen dabei?"
Teil 1:
Teil 2:
Hier ein Videos von den SCHWATZGELB-Jungs bei der Busankunft und danach:
Last but not least der Trainer. Jürgen Klopp ist einfach ein geiler Typ und dazu auch noch absoluter Fachmann. Klopp bringt die Jungs auf Touren und ist nebenbei für jeden Spaß zu haben. Klopp trifft Klopp: "Ach übrigens: Ich lese die Zeitung nicht." Großartig!
Ach ja: Die Bayern wurden 2:0 geschlagen. Und auch nach der Länderspielpause will die Erfolgswelle einfach nicht brechen - die Jungs reiten einfach auf ihr weiter: 2:1 durch ein wahnsinniges Finish in Köln. Damit verbunden die Tabellenführung. Nach exakt 3087 Tagen mal wieder.
Ich rate allen BVB-Anhängern: Zurück lehnen, genießen. Und vor allem: Nicht größenwahnsinnig werden! :-)
Alle BVB-Fans verleben momentan die schönsten Fußballwochen seit... ja, seit der letzten Meisterschaft anno 2002. Es macht momentan einfach unglaublich viel Spaß, dieser jungen (Durchschnittsalter um die 22!) Truppe bei ihren mittlerweile auch überaus erfolgreichen Vollgas-Veranstaltungen zuzuschauen. Zwischenstand nach elf Pflichtspielen der zugegebenermaßen noch jungen Saison 2010/11: Neun Siegen stehen lediglich zwei Niederlagen gegenüber. Und auch die ersten Auftritte auf internationaler Ebene seit über fünf Jahren; ein an Dramatik und Spannung kaum zu überbietender 4:3-Sieg in Lviv sowie die höchst unverdiente und ungerechte Niederlage gegen das europäische Schwergewicht FC Sevilla ließen unterm Strich nur ein Fazit zu: Hier wächst gerade just in diesem Moment etwas Großes zusammen. Und sympathisch sind die Jungs auch noch:
So zum Beispiel der gute Neven, der die Busankunft in Dortmund nach dem grandiosen Derby-Sieg Auf Schalke einfach mal mit dem Handy festhielt und den Spaß dann auch noch bei Youtube hochlud. Grandios auch, wie die vermeintlich abgehobenen Millionarios gemeinsam mit ihren Fans feiern und singen. Stichwort: "Sind da auch Frauen dabei?"
Teil 1:
Teil 2:
Hier ein Videos von den SCHWATZGELB-Jungs bei der Busankunft und danach:
Last but not least der Trainer. Jürgen Klopp ist einfach ein geiler Typ und dazu auch noch absoluter Fachmann. Klopp bringt die Jungs auf Touren und ist nebenbei für jeden Spaß zu haben. Klopp trifft Klopp: "Ach übrigens: Ich lese die Zeitung nicht." Großartig!
Ach ja: Die Bayern wurden 2:0 geschlagen. Und auch nach der Länderspielpause will die Erfolgswelle einfach nicht brechen - die Jungs reiten einfach auf ihr weiter: 2:1 durch ein wahnsinniges Finish in Köln. Damit verbunden die Tabellenführung. Nach exakt 3087 Tagen mal wieder.
Ich rate allen BVB-Anhängern: Zurück lehnen, genießen. Und vor allem: Nicht größenwahnsinnig werden! :-)
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Dienstag, 4. August 2009
Liebe Fußballfans
Freunde, ich bin auf etwas gestoßen.
Eröffnet man bei der Internetbank DKB ein sogenanntes DKB-Cash-Konto (jawoll liebe Wintersportfreunde, Kati Wilhelm etc. werben zur kalten Jahreszeit in einem eher schlechten Werbespot dafür) inklusive einer Kreditkarte und einem separaten Girokonto, erhält man als Prämie -in diesem Fall- ein Originaltrikot seiner heißgelibten Lieblingsmannschaft der 1. oder wahlweise der 2. Bundesliga. Der Clou: Das Konto zu betreiben kostet nichts, null, njente, nada. Tolle Geschichte, da die DKB ja nun nicht unbedingt als unseriös verschrien ist. Und für Notfälle eine Kreditkarte in der Tasche zu haben, mit der man zudem noch an jedem(!) Bankautomaten der Welt kostenfrei(!) Bargeld abheben kann, ist nun auch nicht unbedingt ein schlechtes Gefühl. Hier gibts das Ganze.
Der Vollständigkeit halber hier der angesprochene Spot.
Btw: Kommentare sind generell erlaubt und kostenfrei.
Edith: Ha! Die Einstellung war auf nur registrierte Nutzer gesetzt. Ist gefixt. Nun könnt ihr los legen. Is auch gut fürs Ego und so. Für mich alleine schreib ich das ja auch nicht. Danke.
Eröffnet man bei der Internetbank DKB ein sogenanntes DKB-Cash-Konto (jawoll liebe Wintersportfreunde, Kati Wilhelm etc. werben zur kalten Jahreszeit in einem eher schlechten Werbespot dafür) inklusive einer Kreditkarte und einem separaten Girokonto, erhält man als Prämie -in diesem Fall- ein Originaltrikot seiner heißgelibten Lieblingsmannschaft der 1. oder wahlweise der 2. Bundesliga. Der Clou: Das Konto zu betreiben kostet nichts, null, njente, nada. Tolle Geschichte, da die DKB ja nun nicht unbedingt als unseriös verschrien ist. Und für Notfälle eine Kreditkarte in der Tasche zu haben, mit der man zudem noch an jedem(!) Bankautomaten der Welt kostenfrei(!) Bargeld abheben kann, ist nun auch nicht unbedingt ein schlechtes Gefühl. Hier gibts das Ganze.
Der Vollständigkeit halber hier der angesprochene Spot.
Btw: Kommentare sind generell erlaubt und kostenfrei.
Edith: Ha! Die Einstellung war auf nur registrierte Nutzer gesetzt. Ist gefixt. Nun könnt ihr los legen. Is auch gut fürs Ego und so. Für mich alleine schreib ich das ja auch nicht. Danke.
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