Donnerstag, 12. Mai 2011

82 Kilometer für die Schale.

Jaja Freunde, ich weiß. Da es in drei Tagen schon wieder nach Dortmund geht und dort dann die Riesensause ansteht, lassen wir diese Eindrücke einfach mal in meinen kleinen Erlebnisbericht mit einfließen.

Es soll ja Menschen geben, für die meine BVB-Leidenschaft (da hätte ich doch glatt fast Obsession getippt...) schon schwer fassbar ist. Aber diese beiden Jungs schießen dann wohl doch den Vogel ab:

Der Schweizer BVB-Fan Florian Kurt aus dem eidgenössischen Aarwangen versprach seinen Dortmunder Bekannten in der Hinrunde, im Falle der Meisterschaft zurückzukommen – auf dem Rad. Bekanntermaßen ist der BVB mittlerweile Meister :-)))))))))) und Flo ist seit heute, Mittwoch Morgen, auf seinem Drahtesel unterwegs, um Deutschlands Fußballhauptstadt dann auch pünktlich zu den Festivitäten zu erreichen. Respekt dafür!

Wer erinnert sich nicht gern an den 8. Spieltag und das denkwürdige 2:1 der Borussia in Köln inklusive Privatfehde zwischen Nuri Sahin und Lu-Lu-Lu-Lukas Podolski (klarer Punktsieg Nuri!) zurück? Ich kann mich noch ganz genau erinnern, wie die hitzige Schlussphase die Emotionen hochkochen ließ, Poldi für Köln ausglich, sich im Anschluss Provokationen der untersten Schublade leistete und Nuri eiskalt mit dem Siegtor in der vierten Minute der Nachspielzeit zurückschlug. Geiles Spiel, spätes Tor, Adrenalin im ganzen Körper. Ein Fan kündigte dann auch sogleich Folgendes an: "Wenn die Jungs Meister werden, dann lauf' ich vom Dom bis nach Dortmund, ich sachet euch!"

Gesagt, getan: Der Mann steht zu seinem Wort und ist bereits unterwegs. Den 82-Kilometer-Marsch begleitet er dabei auch noch fröhlich auf Twitter.

Freitag, 6. Mai 2011

Das richtige Leben im falschen

Es tut mir leid. Wirklich. Ich hatte ja den Versuch versprochen, die Ereignisse vom letzten Wochenende aus einem so persönlichen Blickwinkel wie nur irgend möglich zu beleuchten. Allein, die Pflicht ruft. Ich hab schon extrem viel gearbeitet in den vergangenen Tagen, und selbst wenn Alice sich mal langsam bequemt und mir zu einem privaten Internetanschluss verholfen hätte, ich hätte höchstwahrscheinlich nicht abgeliefert. Einen gewissen Anspruch an meine eigenen Texte kann ich nicht verleugnen. Da ist der angehende Redakteur viel zu eitel, dem gemeinen Leser irgendwelchen Schund anzudrehen.

Ich will etwas Schönes schaffen. Etwas, das ich meinem Sohn in 20 Jahren zeigen kann und er auf Anhieb versteht, was damals anno 2011 in mir vorging. Also liebe Leser, habt Geduld. Die nächste Woche ist nicht ganz so picke-packe-voll, dann geh ich's an. Bis dahin, genießt doch einfach noch ein bisschen die Meisterschaft. Mach' ich ja auch :-)

Montag, 2. Mai 2011

Deutscher Meister!!

Unfassbar, wunderschön, unbeschreiblich. Bei passender Gelegenheit werde ich versuchen allen, die nicht dabei waren, einen kleinen Eindruck vom Samstag zu vermitteln. Versprochen! Da es allerdings noch ein paar Tage dauern wird, bis das Erlebte verarbeitet ist, empfehle ich so lange den Blog eines guten Freundes, der sich mit der gesunden Distanz eines Sachverständigen schon mal mit dem Titel auseinandergesetzt hat. Von wem er in seinem Text wohl sprechen mag?

In unbändiger Freude versunken,
Pille.

Dienstag, 26. April 2011

"Herr Wasserziehr...

...die Meisterschaft ist entschieden!" Borussias Ex-Coach Matze 'Motzki' Sammer sprachs und erstickte dann auch sogleich jegliche weitere Diskussion in der wöchentlichen Sky-Laberrunde zum Sonntag Abend mit einer ungeheuren Souveränität im Keim, dass es dem BVB ergehen könne wie Bayer vor neun Jahren: "Ja, aber das war ja auch Leverkusen... Und das jetzt ist Borussia Dortmund!"

Bäääm, mitten ins Gesicht, sag ich mal. Manchmal kann Fußball doch so einfach sein.

Donnerstag, 14. April 2011

Keine Freude

Schön, dass Chelsea es wieder einmal nicht schafft, den Titel zu holen. Mich würde wirklich mal interessieren, wie viele Millionen der Herr Abramowitsch in den vergangenen acht Jahren unterm Strich wirklich verbrannt hat. Eins steht fest: Die paar läppischen Meistertitel und FA-Cup-Siege können die Summe nicht im Geringsten aufwiegen. Die werden im Sommer wahrscheinlich den ganz großen Umbruch einleiten und dann mit einer arg verjüngten Mannschaft einen neuen Anlauf nehmen, um die CL-Trophäe doch noch irgendwann einmal nach London zu holen. Da halte ich es doch lieber mit ManUtd, Chelseas Viertelfinalgegner. Die haben auf den ersten Blick seit dem Weggang Cristiano Ronaldos nicht mehr die absolut überragende Truppe, spielen aber ganz unaufgeregt ihren Stiefel runter und gehen in den wichtigen Spielen am Ende eigentlich immer als Sieger vom Platz. Eine Eigenschaft, die Herr Abramowitsch zu kaufen nicht in der Lage scheint. Schön.

So beeindruckend Schalkes Leistungen gegen Inter auch waren, im Halbfinale ist Schluss. United wird sich das Finale durch zwei unspektakuläre 2:0-Siege sichern. Vielleicht freut sich der Kollege auf der Ersatzbank der Red Devils dann ja auch ein bisschen mehr als am Dienstag Abend. Aus verständlichen Gründen hielten sich seine sichtbaren Emotionen doch in Grenzen.

Donnerstag, 24. März 2011

Ein guter Freund

Wie genau definiert man einen guten Freund? Ist das etwa einer, dem man seine Sorgen und Nöte mitteilt? Der immer da ist, wenn man ihn braucht? Mit dem man die grandiosesten Nächte aufs Parkett legt? Oder der einfach pausenlos den selben Stuss erzählt, der einem eine Sekunde zuvor selbst noch im Kopf herumschwirrte?

Seit ein paar Tagen beschleicht mich ein seltsam ungutes Gefühl in der Magengegend. Lange habe ich mich geweigert, auf den fahrenden Meisterzug aufzuspringen und habe alle Versuche meiner Gesprächspartner, mir das M-Wort zu entlocken, erfolgreich parieren können. Doch nach dem sensationellen 3:1-Erfolg unserer Borussia in(!) München vor vier Wochen war es auch um mich geschehen. Was sollte denn jetzt noch passieren? Wer sollte diese Mannschaft noch stoppen können, wenn schon nicht Müller, Robben, Ribéry und Co.? Unglaubliche 12 Punkte betrug der komfortable Vorsprung nach diesem grandiosen Februar-Wochende auf Vize... ups, Leverkusen, ganze 16 auf die großen Bayern. Das Ding war durch, ganz klar.

Ich bin ein Gegner von Panikmache, wirklich. Auch bin ich kein Fan von übertriebenem Abfeiern kurzzeitiger Höhenflüge - sei es im Sport, in der Politik oder in welchem gesellschaftlichen Bereich auch immer. Doch nun, da ich am vergangenen Wochenende live im Stadion Zeuge des späten Ausgleichs der Mainzer wurde, werde ich langsam nervös. Legokusen hat zurzeit einen echten Lauf und ist mittlerweile auf sieben Punkte heran gerückt. Sieben Punkte! Vor neun Jahren gelang es Bayer itself, einen solch eigentlich beruhigenden Vorsprung noch an den letzten vier Spieltagen zu vergeigen. Nutznießer im Frühling 2002: Borussia Dortmund. In dieser Saison stehen nun sogar noch sieben Spiele an. Und zu allem Überfluss haben wir jetzt auch noch ein spielfreies Wochenende vor der Brust! Die Jungs sollen nur nicht anfangen, zu viel nachzudenken.

Und überhaupt: Mir geht das ganze Meister-Geseiere der letzten Tage schon etwas auf den Keks. Da gefiel mir das über Monate praktizierte Understatement doch deutlich besser. Mittlerweile hört man Kevin Großkreutz ja schon pausenlos davon schwärmen, was im Fall des Falles "hier abgehen würde". Jedes Medium giert nach immer neuen Aussagen zum Was-wäre-wenn und es ist natürlich auch okay, ab einem gewissen Zeitpunkt so selbstbewusst aufzutreten und das Ziel klar zu formulieren. Andernfalls macht man sich irgendwann auch unglaubwürdig. Aber eben nicht zu inflationell.

Ja, klar. Ich will ja auch dabei sein. Ich will die verdammte Polonaise über die B1 anführen. Aber bitte: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Sollte es nämlich am Ende aus irgendwelchen Gründen nicht reichen, wäre das nach dieser Wahnsinns-Saison schon extrem bitter.

Ach ja, was hat das alles denn eigentlich mit dem Anfangsthema gemein? Nun, das ist relativ einfach, denn ich habe auf die Einstiegsfrage eine Antwort gefunden: Als ich neulich im Zug durch die Lande reiste und dieses ungute Gefühl plötzlich wieder in mir aufkam, teilte ich meine Sorgen per SMS. Zurück bekam ich – ca. eine Minute später – folgenden Satz:

"Vizekusen kann es nicht."

Ich war beruhigt und hatte – ungewollt – eine Antwort gefunden.

Donnerstag, 3. März 2011

Trance.

Da sich die Beschwerde-Mails ob meiner Inaktivität auf dieser Seite so langsam stapeln - hier ein kurzes Update: Ich - und der ein oder andere aus dem engsten Bekanntenkreis - schwebe zur Zeit in einem sehr surrealen Mix aus purer Freude, Glückseligkeit und ungläubigem Kopfschütteln. Seit letztem Samstag glaube ich nun auch ganz fest an die Meisterschaft. Und könnte beim Gedanken daran vor Freude heulen. Nur nicht zu viel drüber nachdenken!

Es stehen wohl wunderschöne Wochen bevor. Ich werde versuchen, diese hier festzuhalten und das Blog regelmäßig zu befüllen. Bis dahin, einfach mal die Zeit genießen und sich Mitte Mai extatisch in die Arme fallen. Klingt nach 'nem fairen Deal!