Die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 hat mittlerweile drei interessante Tage hinter sich. Nachdem die Gastgeber am Eröffnungstag irgendwie doch an sich selbst scheiterten und unsere Kaulquappen speisenden, vom Rotwein umnachteten Lieblingsnachbarn alle Befürchtungen ob fader Vorstellungen wie schon bei der vorangegangenen EM durch ihren blutleeren Auftritt gegen Uruguay eindrucksvoll zu bestätigen wussten, konnte Turniertag zwei mit dem ersten Auftritt des besten Spielers dieses Planeten punkten. Und Leo hielt, was man sich im Vorfeld von ihm versprach.
Nach der bisher besten Saison seiner noch so unfassbar jungen Karriere war es im Match gegen Nigeria lediglich Torwart Enyeama, der den Griesgram machte und den Zauberfloh an Zaubertoren zu hindern wusste. Messi dribbelte, Messi flankte, Messi schloss ab. Traumhaft anzusehen, aber an diesem Tag leider nicht belohnt. So blieb am Ende ein verdienter 1:0-Erfolg der gerade in der Offensive so imposant besetzten Argentinier. Habe ich schon erwähnt, dass ich Messi liebe?
Ein Wort noch zu seinem... ja, okay, Trainer: Diego Armando Maradona war vor mehr als 20 Jahren mal ein überdurchschnittlicher Kicker. Er führte sein Land 1986 zum WM-Titel und avancierte im Laufe der Jahre zu einem Volksheld, ach was, zu einem Gott. An sich für den gemeinen Mitteleuropäer schon schwer nachzuvollziehen, trägt der Personenkult im Fall Maradona fast aberwitzige Züge. Da springt dieses kleine, dicke, bärtige Diego - seit gut 20 Jahren für diverse Drogenskandale berüchtigt- am Seitenaus entlang wie ein überdrehtes HB-Männchen, ignoriert dabei geflissentlich jegliche Abgrenzungen seiner Coaching Zone, um lautstark alle zwei Minuten beim Spielleiter eine Gelbe Karte für den Gegner einzufordern. Das Gesamtkunstwerk Maradona: Ein Mann, der auf dem Trainingsplatz Zigarre qualmt und sich anschließend von seinen Spielern auf den Allerwertesten schießen lässt. Mal ganz ehrlich, wer kann sich ernsthaft vorstellen, dass Maradona ein kompetenter Trainer ist?
Den Samstag Abend beschlossen dann unsere allerbesten Freunde: Die lieben Inselaffen. Wie haben wir sie nicht gern. Die Erkenntnisse nach der Partie gegen die Yankees sind simpel, aber irgendwie schön. Der angebliche Topfavorit von der Insel wird Südafrika auf keinen Fall als Weltmeister verlassen, Gerrard und Lampard kommen auf dem Feld einfach nicht miteinander aus und, was haben wir gelacht, sie haben ein - Achtung - echtes Green-horn im Tor. Ganz nebenbei glaube ich, dass die Amerikaner im weiteren Turnierverlauf eine sehr gute Rolle einnehmen können.
Jogi und seine Jungs waren dann endlich am Sonntag abend an der Reihe. Erste Ernüchterung bei der Verkündung der Aufstellungen: Zero-Miro spielt. Was solls, gegen die Socceroos sollte das genügen. Dann versemmelt unsere Speerspitze nacheinander eine gute, dann eine sehr gute und zum Abschluss eine tausendprozentige Chance, ehe er dann unter gütiger Mithilfe des deutsch-stämmigen Keepers Mark Schwarzer doch noch zum vorentscheidenden 2:0 einköpft. Und wie! Sah fast danach aus, als sei Miro Klose bewusst in den Ball gesprungen. Fast so wie einst Miro Klose! Egal, es löwt auf dem Platz und vor dem Fernsehgerät, wo das drei Jahre überlagerte Herri schmeckt wie Özil aussieht - 2:0 zur Halbzeit. Nach 30 Minuten allerfeinstem Klose-Bashing also doch noch die lang ersehnten Standing Ovations und "Miro, Miro"-Sprechchöre im Calenberger WM-Studio. Rundum gelungener Auftakt unserer Jungs, der mit Sicherheit Eindruck hinterlässt.
Zumindest unsere Freunde von der Insel machen sich schon mal ins Hemd. Die Sun titelt heute: "The contest was over and the message was clear. Watch out, the Germans are coming."
Wie Recht ihr doch habt, ihr blöden Tommys.
Das Calenberger WM-Studio:

"Sah fast danach aus, als sei Miro Klose bewusst in den Ball gesprungen. Fast so wie einst Miro Klose!" Ich <3 Dich.
AntwortenLöschenEndlich haben wir wieder einen Müller! Danke Uwe!
AntwortenLöschen